Seabourn Erfahrungen & Reisebericht


Meine Reise mit der Seabourn Ovation: Ein Gefühl, „wie nach Hause kommen“

Vom 21. August bis zum 28. August 2021 kam ich in den Genuss einer ganz besonderen Reise mit der Seabourn Ovation. Diese Luxuskreuzfahrt, die einen speziellen Anlass hatte, führte mich von Piräus (Athen) über Patmos, Paphos (Zypern), Rhodos, Santorin und Spetses wieder zurück nach Athen. Dies war nicht meine erste Erfahrung mit Seabourn. Vielmehr verbindet mich mit dieser Reederei eine längere schöne Geschichte. 


Die Reederei Seabourn

Die Seabourn Ovation gehört zur Luxusflotte der Reederei Seabourn Cruise Line, die ihrerseits eine Marke des britisch-amerikanischen Kreuzfahrtanbieters Carnival Corporation & plc ist. Seabourn hat sich mit seinen luxuriösen, kleineren Schiffen im gehobenen Luxussegment einen Namen gemacht und konnte schon einige Auszeichnungen verbuchen. Diese Ultra-Luxuskreuzfahrtschiffe sind auf der ganzen Welt unterwegs und legen auch in kleineren Häfen an. Seabourn besitzt eine der modernsten Flotten im Premiumsegment, bestehend aus:

Mit der Seabourn Venture (2021) und einem Schwesterschiff (2022) sollen zukünftig zwei innovative Luxus-Expeditionsschiffe die Seabourn-Flotte erweitern. 

Das Schiff Seabourn Ovation

Die Seabourn Ovation absolvierte als neuestes Schiff der Encore Klasse im Mai 2018 ihre Jungfernfahrt. In puncto Design und Ausstattung ist sie das Ebenbild ihres Schwesterschiffes Seabourn Encore. Als Gast spürt man das große Raumangebot und genießt diverse All-inclusive-Services auf erstklassigem Niveau vom Roomservice über die Getränkeauswahl bis zum Kaviarservice. Dieses 210 Meter lange Luxusschiff ist auf maximal 604 Gäste ausgerichtet, damit wirklich jeder einzelne Gast ausreichend Freiraum hat. Das großzügige Raumangebot zeigt sich auch in den geräumigen Suiten, die allesamt über einen Balkon verfügen. Ich bezog die luxuriöse Veranda-Suite 715 der Kategorie V3 auf Deck 7. Hier hatte ich nicht nur eine private Veranda, sondern auch einen komfortablen Wohnbereich, einen Esstisch, einen begehbaren Kleiderschrank, eine volle Minibar, einen Flachbildfernseher und ein großzügiges Badezimmer. 


Das Motto “Your home away from Home”

Als ich die Seabourn Ovation betrat, hatte ich das Gefühl, nach Hause zu kommen. Das lag aber nicht nur daran, dass Seabourn das Motto „Your home away from Home“ perfekt lebt. Hinter meiner Emotion steckt auch eine enge persönliche Verbindung, die ich zu dieser Reederei habe. Eine Luxusreise mit Seabourn, die ich vor rund zehn Jahren gemacht habe, ist der Grund, warum ich heute ein begeisterter Kreuzfahrer bin. Dies war quasi ein Schlüsselerlebnis für mich. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass es auch andere Reedereien gibt, die einen ebenso hohen Service wie Seabourn offerieren. Meine Neugierde war geweckt. Ich wollte herausfinden, ob auch andere Kreuzfahrtunternehmen einen derart erstklassigen Service bieten. Diese Neugierde hat mich übrigens dazu bewogen, mit meinem heutigen Geschäftspartner Nicolas Ruland die Boutiqueagentur Emocean Cruises zu gründen. Auch jetzt, rund zehn Jahre später, bin ich vom hohen Servicestandard der Reederei sehr angetan.

Persönlicher Empfang im Cruises Terminal 

Dass an Bord persönliche Betreuung an erster Stelle steht, wurde mir beim Empfang auf der Seabourn Ovation einmal mehr bewusst. Im Cruises Terminal empfing mich bereits das Seabourn Personal und kümmerte sich um mein Gepäck. Das bedeutet: Ein freundlicher Mitarbeiter hob die Koffer direkt bei der Ankunft aus dem Taxi. Diese Gepäckstücke wurden sodann mit einem Label gekennzeichnet und an Bord gebracht. 

Gut organisiertes Check-in Prozedere 

Das Check-in Prozedere rund um die Corona-Sicherheitsmaßnahmen wurde für die Gäste so angenehm wie möglich gestaltet. So erhielt ich in der Halle, wo ich auf meinen Antigen-Schnelltest wartete, zur Erfrischung ein kaltes Tuch und eine Flasche Wasser. Ich fühlte mich hier aufgrund der engmaschigen Betreuung und persönlichen Ansprache sehr gut aufgehoben und umfangreich informiert. Wir Gäste bekamen über das Check-in Prozedere ausreichende Hintergrundinformationen samt Begründung, warum die Reederei die einzelnen Maßnahmen ergreifen muss.

Kreuzfahrten in schwierigen Zeiten von COVID-19

Spätestens an diesem Punkt holte mich die Realität ein und ich spürte, dass manches aufgrund der Corona-Pandemie nicht so einfach wie früher war. Reisen in schwierigen Zeit durch COVID-19 verlangt eben spezielle Maßnahmen. Das bedeutet konkret:

  • Nur vollständig geimpfte Gäste erhalten Zutritt zum Schiff, wenn sie
  • einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist und
  • vor Ort einen Antigen-Schnelltest durchführen 

Insgesamt gab es anders als bei Silversea umfangreiche Security Checks. Die Reederei wollte hier kein Risiko eingehen und die Sicherheit der Gäste gewährleisten. 

 

Unbeschwertes Reisen wie vor Corona 

Dafür gab es an Bord keine Maskenpflicht für die Passagiere. So gesehen spürte ich hier die Freiheit, mich ohne Maske bewegen zu dürfen. Dies trug in Kombination mit dem erstklassigen Service dazu bei, dass die Gäste die Reise wie in alten Zeiten (wie vor Corona) unbeschwert genießen konnten. Abgesehen von den Masken der Besatzung erinnert an Bord nicht mehr an Corona. 

Es gab übrigens keine Sicherheitsübung (Safety Drill) im eigentlichen Sinne, sondern ein obligatorisches Safety Video. Zudem war eine Registrierung an der zugewiesenen Sammelstation vorzunehmen. Ein Punkt der Ausstattung fiel mir besonders angenehm auf. Alle Türen in den öffentlichen Deckbereichen gehen automatisch auf, sodass die Gäste ungehindert durchgehen können, ohne selbst Hand anzulegen. 

Persönlicher Service auf höchstem Niveau

Nun komme ich zu den Annehmlichkeiten der Reise. An Bord der Seabourn Ovation nahmen mich eine Zimmerdame und ein Assistent in Empfang. Ich wurde mit Champagner und köstlichen Kanapees verwöhnt. An den Buffets stand es mir als Gast frei, mich aus den angebotenen Speisen selbst zu bedienen. Anders als andere Reedereien setzt Seabourn bei den Buffets auf komplette Selbstbedienung. Das Motto von Seabourn „Your home away from Home” zeigt sich in der persönlichen Betreuung, die Gäste hier erhalten. So ist das Schiffspersonal laut Anweisung der Reederei dazu angehalten, die Namen jedes einzelnen Gastes zu lernen. Dass das sehr gut funktioniert, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Nach dem zweiten Tag meiner Kreuzfahrt wusste jede Servicekraft meinen Namen und kannte meine Getränkepräferenzen. Auch das ist ein Punkt, an dem man sich wie zu Hause und vor allem gut aufgehoben fühlt. Das war aber noch nicht alles. Nach dem Check-in auf der Seabourn Ovation stellten sich Kreuzfahrtdirektor Ross und der stellvertretende Kreuzfahrtdirektor Criss persönlich bei mir vor. Das war einer jener Augenblicke, in dem sich einmal mehr das Motto „Your home away from home“ bestätigte. Die Reederei hat wirklich ein gutes Händchen bei der Personalauswahl. Der Großteil der Servicekräfte an Bord stammt übrigens aus Südafrika. Dass Angehörige dieser Nation um erstklassigen Service sehr bemüht sind, durfte ich mehrmals persönlich feststellen. 

Geburtstag an Bord 

Meine Reise hatte übrigens einen besonderen Anlass. Ich trat diese Kreuzfahrt an, um eine unserer wichtigsten Kundinnen zu begleiten, die gleichzeitig auch eine der wichtigsten Kundinnen von Seabourn ist. Diese Stammkundin feierte ihren Geburtstag an Bord der Seabourn Ovation. Ich durfte sie eine Woche auf dieser speziellen Geburtstags-Kreuzfahrt begleiten. Zuvor hatte ich gemeinsam mit der Schiffscrew den Geburtstag dieser Kundin an Bord geplant. Das Personal war sehr aufmerksam und erledigte auch kurzfristig aufgegebene Bestellwünsche. So hatte ich beispielsweise den Geburtstagkuchen erst am Vorabend des Geburtstages, genauer gesagt um 22.45 Uhr, bestellt. Trotz meiner kurzfristigen Bestellung brachte mir die Crew den Geburtstagskuchen pünktlich um 9 Uhr in meine Kabine. Meine Kundin Frau Werner freute sich über einen schönen Geburtstagsempfang, den Hoteldirektor Zoran für sie organisiert hatte. Als Highlight gab es ein köstliches Geburtstagsessen im Grill by Thomas Keller auf Deck 8. Die Führungsriege der Seabourn Ovation war mit Kapitän Cygan, Staff Kapitän Stefan Tsvetkov und Hoteldirektor Zoran Jacimovic am Geburtstagstisch vertreten, um der Jubilarin persönlich zu gratulieren. Essen im The Colonnade auf Einladung der Offiziere gibt es übrigens als besonderen Service für Gäste mit sehr vielen Seetagen.

Kulinarik

Mir persönlich ist das Dinner mit Staff Kapitän Stefan, der aus Bulgarien stammt, im Sushi Restaurant in guter Erinnerung geblieben. Es war ein wunderschöner Abend mit grandiosem Essen und sehr viel Geschichte. Stefan gab mir interessante Einblicke in die geschichtlichen Hintergründe. Auch das The Patio am Pool war aufgrund der legeren Atmosphäre in meinem Sinne. Außerdem fand ich das Essen im Thomas Keller Restaurant hervorragend, wo alles aus lokalen und frischen Zutaten zubereitet wird. Fleisch und Fisch bekommt man hier auf den Punkt genau serviert, wie man es oder ihn bestellt hat. Die Zubereitung des Caesar Salad wird hier beinahe wie eine Show inszeniert. Ein weiteres Highlight war der Hummer im Hauptrestaurant, den ich am Galaabend ebenso genoss wie den Kaviar. Generell ist der Qualitätsstandard des Gastronomieangebots sehr hoch. Nach meinem Geschmack spielen Seabourn und Crystal Cruises in puncto Kulinarik in derselben Liga des Premiumsegments. 


All-inclusive-Luxuskreuzfahrt

Die Zeit an Bord konnte ich unbeschwert genießen. Wer eine Reise mit Seabourn bucht, bekommt ein All-inclusive-Produkt, in dem bis auf erlesene Weine und Ausflüge sehr vieles inkludiert ist, egal ob Gourmetspeisen in den Restaurants, hochwertige Getränke, darunter auch Cocktails, Champagner und verschiedene Spirituosen, und der Roomservice. Auch die Minibar und der Kaviar-Service gehören zum All-inclusive-Konzept. Vom Kaviar kann übrigens jeder Gast jeden Tag so viel bestellen wie er möchte. Die Internetnutzung ist ebenfalls im Preis inbegriffen. Aus meiner Erfahrung als weit gereister Kreuzfahrer ist das Internetpaket von Seabourn in puncto Geschwindigkeit das Beste, das es auf hoher See derzeit gibt. Landausflüge kann man auf eigene Faust unternehmen. Diese Freiheit habe ich sehr genossen, zumal individuelle Sightseeing-Touren bei vielen Reedereien nicht möglich sind. 

Problemlösungskompetenz und Kulanz 

Dass Service an Bord großgeschrieben wird und die Crew bei unvorhersehbaren Problemen eine rasche Lösung anbietet, konnte ich bei einer anderen Gelegenheit feststellen. Auf der Kreuzfahrt vor meiner Reise hatten zwei unserer Kunden Probleme bei der Anreise, weil die Fluggesellschaft den Flug vorverlegt hatte, ohne die Reederei oder uns zu informieren. Dieser Vorfall war sehr ärgerlich, weil die Kunden zu spät kamen und damit die Einschiffung verpassten. Ryan, ein zuvorkommender Servicemitarbeiter vom Seabourn Square, nahm dieses Problem umgehend in Angriff und bemühte sich um eine schnelle Lösung. Er informierte die Betroffenen laufend über den aktuellen Stand der Dinge. Am Ende präsentierte er eine Lösung, die für die Kunden mehr als zufriedenstellend war. Die Reederei organisierte auf eigene Kosten einen neuen Flug und eine Übernachtung in einem Steigenberger-Hotel am Flughafen. Die Kunden konnten am darauffolgenden Tag im nächsten Hafen auf die Seabourn Ovation zusteigen. Als Kompensation durften sie sich über ein siebenfaches Upgrade in eine Penthouse Suite und ein Bordguthaben in Höhe von 300$ freuen. 

Meine Lieblingsbereiche an Bord

Ob die Restaurants, das Pooldeck, das Spa auf Deck 10 oder die Bars, auf der Seabourn Ovation gibt es viel Raum zum Entspannen und Genießen. Hier fiel es mir leicht, einige Lieblingsbereiche für mich zu entdecken. Als Wohlfühloase kann ich das Retreat auf Deck 12 mit seinen bequemen Cabanas jedem Gast ans Herz legen. Dieser private Rückzugsbereich ist zwar kostenpflichtig, aber jedenfalls einen Besuch mehr als wert. Hier gibt es Entspannung pur sowie eine Flasche Tattinger Champagner und einen SPA Gutschein in Höhe von 50$ als im Preis inkludierte Extras. Auf demselben Deck wie das Retreat gibt es übrigens auch eine herrliche Sonnenterrasse. 

 

Abends empfehle ich einen Besuch in der Observation Lounge auf Deck 11. In diesem Schiffsbereich kann man sich abends nach dem Essen entspannt zurücklehnen und den schönen Klängen des Duos John & Josie lauschen. 

 

Davor war ich jeden Abend ab 18 Uhr in Bruno´s Pianobar, um mich mit meinem Gast bei einem Glas Champagner auf den Tagesausklang einzustimmen. Abgesehen von einem formellen Abend war die Atmosphäre an Bord durchwegs leger ohne strenge Etikette. 

Marina Day zum Abschluss der Reise 

Der letzte Tag meiner Reise mit der Seabourn Ovation stand ganz im Zeichen des Marina Day. Dieses Angebot ist ein Fixpunkt auf ausgewählten Reiserouten und naturgemäß bei Wassersportbegeisterten sehr beliebt. Am Marina Day fährt das Personal die Marinaplattform am hinteren Teil des Schiffes aus, um eine breite Palette an Wasseraktivitäten anzubieten. So können sich wassersportaffine Gäste beispielsweise mit Bananabootfahren, Kajakfahren, Wasserski, Tretbootfahren und Stand Up Paddling versuchen. 

Mein Fazit

Für mich war diese Reise mit der Seaborn Ovation wie ein „nach Hause kommen“. Das lag nicht nur an der Geschichte, die mich mit dieser Reederei verbindet, sondern auch am individuellen Service. Gäste, die eine Luxuskreuzfahrt in einem kleinen, feinen und sehr persönlichen Rahmen genießen möchten, werden sich auf der Seaborn Ovation und auf den anderen Schiffen der Seabourn-Flotte gut aufgehoben fühlen. 

Schiff Ahoi,

Timo Clarén

Teilen Sie unseren Reisebericht gerne mit Ihren Freunden:

Seabourn Ovation

Im Jahr 2018 wurde die Seabourn Ovation, als baugleiches Schwesterschiff der bereits renommierten Seabourn Encore, vorgestellt.

  • 604 Gäste
  • 520 Crew