Riverside Debussy: Luxus-Flusskreuzfahrt im Emocean-Test


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Eine ganz neue Perspektive


Eine schnelle Zugfahrt, eine kurze Uber-Fahrt und schon sind wir an Bord – so schnell waren wir noch nie an unserem Ziel! Wir sind der Einladung von Riverside Luxury Cruises gefolgt und haben für Sie drei Tage lang das Luxus-Flussschiff Riverside Debussy erkundet.

 

Riverside Luxury Cruises ist eine junge Luxus‑Reederei für exklusive Flusskreuzfahrten in Europa. Ihre Schiffe bieten großzügige Suiten, exzellente Gastronomie und ein elegantes Boutique‑Hotel‑Ambiente. Der Service ist persönlich und auf höchste Gastfreundschaft ausgerichtet. Die Reisen führen entspannt über Donau, Rhein und Rhône und bieten intensive Eindrücke entlang der Flussufer. Riverside Luxury Cruises verspricht stilvolles, entschleunigtes Reisen – und genau das haben wir für Sie getestet.

 

In diesem Reisebericht erzählen wir von verblüffender Logistik auf kleinem Raum, liebevoller Aufmerksamkeit und unvorhergesehenen Ausblicken, die wir so noch nicht kannten.

Ihre Eugenia, Anne und Timo



Ein bequemer Start in Rotterdam

An den Tagen der Ein- und Ausschiffung bietet die Reederei einen kostenlosen Transfer zwischen Schiff und ausgewählten Flughäfen an. Da wir mitten während der Reise zusteigen, nehmen wir uns ein Uber und erreichen nach kurzer Fahrt den Hafen von Rotterdam – und zwar nicht, wie wir es sonst gewohnt sind, in einem Hafen mit Terminal, etwas abgelegen vom Geschehen, sondern mitten in der Stadt, einen Katzensprung entfernt vom Rotterdam Centraal. 

 

Unser Erstaunen schlägt schnell in Verwirrung um, denn wo ist unser Schiff? Während sich am Hafen zwar vier Flusskreuzfahrtschiffe hintereinander aufreihen, ist die Debussy nirgends zu sehen. Ein kurzer Anruf klärt auf – sie parkt in zweiter Reihe! Dieses Konzept ist uns neu und tatsächlich gelangen wir an Bord, indem wir zunächst ein anderes Flussschiff durchqueren. So bekommt man ganz nebenbei auch andere Schiffe von innen zu sehen. Wir empfehlen bei der Suche nach Ihrem Flussschiff im Hafen einfach nach den Bannern Ihrer Reederei Ausschau zu halten. Also einmal hoch aufs Deck, dort über eine Brücke auf unser eigenes Oberdeck und runter in die Lobby. Und hier beginnt bereits das Staunen: Durch die Mitte der Debussy verläuft unerwartet ein gläserner Fahrstuhl über drei Decks, sowie eine parallel dazu verlaufende Wendeltreppe. Mit so viel Raum hätten wir nicht gerechnet. Wir begeben uns mit unseren Koffern per Fahrstuhl zur Rezeption, wo uns sogleich das freundliche Personal mit einem Sektempfang begrüßt. 


Da wir zur Mittagszeit anreisen und das Mittagessen bereits in vollem Gange ist, bringt man netterweise unsere Koffer direkt auf unsere Suiten, sodass wir uns gleich auf das frische Buffet stürzen können. Die Auswahl im Waterside Restaurant, in dem alle Mahlzeiten des Tages eingenommen werden, ist ein Augenschmaus! Kalte Speisen mit frischen regionalen Fischvariationen, Käseplatten, Salat und Obst zur Selbstbedienung sowie warme Speisen, die vom Chef direkt aus dem Topf auf den Teller serviert werden. Aber der Anblick, der uns dann wirklich begeistert, ist nicht etwa das schön angerichtete Essen, sondern der Blick von unserem Tisch aus. Die bodentiefen Glasfenster bringen uns fast auf ein Level mit dem ruhigen Wasser der Nieuwe Maas. Vor uns erstrahlt die berühmte Erasmusbrücke bei Sonnenschein und das Wasser bewegt sich zu unseren Füßen leise vor sich her. Wir merken von den Bewegungen des Wassers bislang nichts. 

 

Uns begleitet natürlich die Frage, ob man auf einem Flussschiff den Seegang spürt. Einerseits sagt man “je größer das Schiff, desto weniger spürt man das Schaukeln” und die Debussy ist größentechnisch nicht vergleichbar mit den anderen Kreuzfahrtschiffen in unserem Portfolio. Andererseits sind wir hier nicht auf dem offenen Meer – das Wasser ist still und gerade mal drei Meter tief. Wir bleiben gespannt, denn abgelegt wird erst am Abend.

 

Nach der entspannten Mittagspause kommen wir auf dem Weg in unsere Suite auch gleich an unserem absoluten Highlight des Schiffes vorbei: einer Popcornmaschine!



Schiffserkundung auf der Debussy


Die meisten Gäste sind noch auf Landgang, daher nutzen wir die Zeit um das leere Schiff zu erkunden und sind schnell begeistert. Der entsättigte komplementäre Stil zieht sich vom Restaurant über die Lobby bis hinein in die Suiten. Schöne Rosttöne mischen sich mit tief dunklem Blau und ruhigen Cremetönen. Das Design ist edel und die Oberflächen sehr wertig. Die Dekoration ist minimalistisch und zurückgenommen. Das gesamte Schiff strahlt Ruhe und Entschleunigung aus.

 

Es gibt sogar einen Indoor‑Pool. Auf den ersten Blick wirkt er zwar etwas klein, doch per Knopfdruck entsteht ein kräftiger Wellengang, gegen den man so lange anschwimmen kann, wie die Kondition es erlaubt. Im untersten Deck befinden sich zudem Anwendungsräume für Wellnessbehandlungen und ein Fitnessraum. Auf dem Außendeck befinden sich Lounges und eine Bar mit Sonnenüberdachung, sodass man sich bei schönem Wetter an der frischen Luft entspannen und den Ausblick genießen kann.

Wir stellen fest: Es gibt mehr als genug Platz, um die Seele baumeln zu lassen.

 


Suitencheck

Als nächstes erkunden wir vier verschiedene Suiten-Kategorien:

 

Die kleine Symphony Suite mit Schrank und Waschtisch, die mittlere Riverside Suite mit Schrank und Doppelwaschtisch und die imposante Debussy Suite mit zwei Schlafzimmern, Bad mit Ausblick und Kamin Lounge.

Wir selbst beziehen die große Seahorse Suite, die sich von der Riverside Suite durch den begehbaren Kleiderschrank unterscheidet.

Keine einzige Suite an Bord der Debussy liegt unter der Wasserlinie – alle Suiten, unabhängig von der Kategorie, sind Außensuiten mit großen Panoramafenstern, welche sich bis zur Hälfte öffnen lassen, sodass man das Gefühl hat, auf einem Balkon zu stehen. Ein gut durchdachtes Raumkonzept! Bei Bedarf kann auch ein Moskitonetz heruntergefahren werden. So kann man auch in der warmen Jahreszeit eine frische Brise genießen.

 

Das Crew‑zu‑Gast‑Verhältnis von etwa 1:1,3, sorgt für extrem persönlichen Service, der selbst für Luxusstandards bemerkenswert ist.  Jede Suite bietet Butler‑Service, eine Espresso‑Maschine, einen Minibar mit Wunschgetränken, die zwei Mal täglich neu aufgefüllt wird und hochwertige Marmorbäder mit Regendusche. 



Persönlicher Service & Teamgeist


Noch während wir fleißig unsere Suite inspizieren, ertönt die Türklingel und der für uns zuständige Butler sowie unsere Suite Attendant stellen sich vor. Sie erklären den Umgang mit dem Fenster, dem Moskitonetz sowie der Kaffeemaschine und klären Lebensmittelunverträglichkeiten und anderweitige Sonderwünsche ab. Beide sind so reizend und unsteif, dass wir schnell ins Plaudern kommen über Heimat und Arbeit und Lieblingsrouten.

 

Wir merken während unseres Aufenthalts immer wieder: Das Bordleben spielt sich auf Augenhöhe ab. Gäste und Crew begegnen sich nicht wie Dienstleister und Kunden, sondern wie alte Bekannte, die zufällig gemeinsam auf Reisen sind.

Der Barmann fordert uns am Abend zu kleinen Partyspielen heraus, als wären wir seit Jahren Stammgäste. Der Sommelier hinterfragt beim Abendessen neckisch unsere Getränkewahl und serviert stattdessen seine eigene Empfehlung – und beweist damit tadellosen Geschmack. Auf der Brücke erzählt der Kapitän seelenruhig von den „Raudis der Flüsse“, die regelmäßig für abenteuerliche Manöver sorgen. Am Abend tanzen Crew und Gäste gemeinsam im Palm Court, musikalisch begleitet vom Pianisten. Und unser Butler bietet uns großzügig an, eine Käseplatte auf die Suite zu bringen, weil wir traurig sind, die Gouda-Tour verpasst zu haben.

 

Es ist diese Mischung aus Humor, Nähe und echter Herzlichkeit, die das Leben an Bord so besonders macht.

Und da wir schließlich in den Niederlanden sind, können wir zur Käseplatte selbstverständlich nicht nein sagen. So genießen wir den Ausblick bei offenem Fenster mit einem Snack und einem Glas Sekt, sowie den fantastischen hausgemachten Pralinen, die uns in der Suite begrüßt haben. Diese werden von zwei Confiseuren speziell für Riverside Luxury Cruises-Gäste hergestellt.

 


Regional & hausgemacht

Generell sind wir begeistert von der Qualität der Speisen an Bord. Neben den Süßwaren werden auch das Brot und die Frühstücksbrötchen jeden Morgen frisch vom Bäcker gefertigt. Wir haben zufällig das Glück, die Versorgung des Schiffes mit frischen Lebensmitteln beobachten zu können. Sie erfolgt über einen sorgfältig orchestrierten Beschaffungsprozess, bei dem das Bordpersonal wie ein perfekt eingespieltes Team eine Kette entlang der Gangway bildet, in der jede Kiste und jeder Korb von Hand zu Hand weitergereicht wird.

So wandern die frischen und regionalen Waren Schritt für Schritt durch das Schiff, bis sie ihr Ziel erreichen: die Küche und den Kühlraum. Aus vielen einzelnen Handgriffen entsteht ein harmonischer Ablauf, der zeigt, wie viel Teamgeist und Routine hinter der täglichen Versorgung an Bord steckt. Die frischen Zutaten machen sich beim Dinner sofort bemerkbar. Die Speisekarte kennzeichnet regionale Gerichte extra – perfekt, um sich auf der Reise von Hafen zu Hafen einmal quer durch die lokalen Küchen zu kosten.

Die Kulinarik hat uns vollends überzeugt. Besonders schätzen wir die angenehme Freiheit, sich zu jeder Tageszeit an kleinen Snackcorners oder liebevoll arrangierten Mini‑Buffets etwas zu gönnen – ganz unabhängig von den offiziellen Tischzeiten. Ein Genuss, der uns ausgesprochen verwöhnt hat.



Landausflüge zu Türmen, Uhren und Grachten


Am Abend steht noch die obligatorische Sicherheitseinweisung auf der Brücke an – ein spannender Blick hinter die Kulissen. Der Moment, um den Kapitän auszufragen! Wir erfahren, dass drei Kapitäne im Schichtbetrieb rund um die Uhr im Einsatz sind, dass das Wasser stellenweise nur knapp drei Meter tief ist und das Schiff dennoch fast 1,80 Meter Tiefgang hat. Trockene Sommer erschweren die Bedingungen für die Flusskreuzfahrt daher erheblich, so der Kapitän der Debussy. Ob es denn dann überhaupt mal schaukelt, wollen wir abschließend noch wissen und werden mit einem klaren Kopfschütteln beruhigt.

 

Über Nacht gleiten wir dann ganz unmerklich von Rotterdam nach Amsterdam. Und “gleiten” ist hier das einzig richtige Wort, denn die Aussagen des Kapitäns haben sich bewahrheitet: Wir haben keine einzige Bewegung gespürt. Das Frühstück lassen wir uns auf die Suite servieren, um den Ausblick aus unserer Suite zu genießen. Doch dann die große Überraschung, als wir den Vorhang aufziehen und den Bug eines anderen Flussschiffes neben uns vorfinden. Wir wurden so nah “zugeparkt”, dass wir den Störenfried durchs Fenster berühren können. Dies ist auch für uns eine völlig neue Erfahrung. Ob der Kapitän absichtlich versetzt parkt, damit man einander nicht in die Kabine schauen kann? Wir raten dringend davon ab, sich darauf zu verlassen und empfehlen, die Vorhänge vorsichtshalber nur in voller Montur zu öffnen. 


Landausflug nach Utrecht

Nach einem üppigen Frühstück – wenn auch ohne Ausblick – begeben wir uns auf einen Ausflug nach Utrecht. Der Gang von Bord ist einfacher, als wir es je erlebt haben. Am Ausgang steht ein Bildschirm mit Scanner, an welchem man durch bloßes Antippen mit seiner Zimmerkarte auscheckt und später einfach wieder eincheckt. So weiß das Bordpersonal, wer sich gerade an Land befindet, denn man kann das Schiff auch ohne gebuchte Ausflüge jederzeit verlassen und auf eigene Faust die Umgebung erkunden.

 

Am Pier erwartet uns ein exklusiv bereitgestellter Shuttle, der uns komfortabel nach Utrecht bringt. Die ca. einstündige Fahrt füllt unser Guide mit lustigem Insiderwissen. Wussten Sie zum Beispiel, dass das Wort Tulpe ursprünglich vom persischen Wort “tülbend“ also Turban stammt, weil die Blüte an die Form eines Turbans erinnert?

 

Ein Tagesausflug nach Utrecht fühlt sich an wie ein Spaziergang durch ein lebendiges Geschichtsbuch: Entlang der malerischen Grachten führt der Weg zum imposanten Domturm, dessen Aussicht weit über die mittelalterliche Altstadt reicht. In den gemütlichen Straßen rund um den Oudegracht laden kleine Boutiquen und Cafés zum Verweilen ein.

 

Ein besonderes Highlight ist das Museum Speelklok, ein Uhrenmuseum in dem historische selbstspielende Instrumente und Automaten zum Leben erwachen – darunter auch das berühmte mechanische Kaninchen im Kohl (Konijn in Kool), welches speziell für uns aufgezogen wird.



Signature Event - Grachtenfahrt auf der Amstel

Nach unserer Rückkehr am Abend erwartet uns das Signature Event von Riverside Luxury Cruises, welches auf allen 7-tägigen Reiserouten stattfindet. Als die Sonne hinter den schmalen Giebelhäusern verschwindet und Amsterdam in warmes Dunkel getaucht wird, brechen wir zu einer einmaligen Grachtenfahrt bei Nacht auf. Die Lichter spiegeln sich im Wasser, Laternen werfen goldene Kreise auf die alten Backsteinfassaden und an Bord sorgt ein fröhlicher Akkordeonspieler für Stimmung, während unser Guide – halb Entertainer, halb Historiker – mit Witz und Leidenschaft die Geschichten der Stadt lebendig werden lässt.

 

Zwischen den Anekdoten stoßen wir mit Champagner an, teilen eine Käseplatte und greifen immer wieder zu den typisch holländischen, frisch frittierten Bitterballen. Die Stimmung wird immer ausgelassener, bis schließlich alle gemeinsam in Gesang ausbrechen, begleitet vom Akkordeon, das über das Wasser hallt.

Alles wirkt perfekt organisiert, mühelos, fast magisch – ein geselliges Beisammensein, das sich tief einprägt und Amsterdam von seiner schönsten, stimmungsvollsten Seite zeigt.



Ein letzter Blick zurück


Unsere kleine Testreise war zwar kurz, aber voller Erlebnisse. Wir durften erleben, wie die Crew der Debussy mit ihren Gästen freundschaftlich zusammenwächst, wie während einer Flusskreuzfahrt die jeweilige Region kulinarisch an den Tisch kommt und wie Ausflüge mit viel Liebe zum Detail geplant und umgesetzt werden. Wer eine Reise sucht, die vom ersten Moment an entspannt, persönlich und hervorragend organisiert ist, dem können wir eine Luxus-Flusskreuzfahrt mit Riverside Luxury Cruises von Herzen empfehlen. Weitere Informationen zu den Suiten, Ausstattungen und den übersichtlichen Deckplänen finden sich auf unseren Schiffsseiten – ein Blick, der Lust auf mehr macht.